Nordcampus bei den Uniwahlen

Vom 16. bis 18. Januar 2018 finden an der Universität Göttingen die Hochschulwahlen statt.
Hier dürft ihr die studentischen Vertreter in der akademischen sowie die verschiedenen Organe der studentischen Selbstverwaltung wählen. Wie genau das funktioniert und was ihr da wählt, erfahrt ihr z.B. beim Campus-TV univision

Bei diesen Uniwahlen tritt unsere Hochschulgruppe unter dem Namen Nerdcampus an.

Ihr könnt uns wählen für das Studierendenparlament auf Liste 8, für den Senat auf Liste 4 und falls ihr ausländische Studentin oder ausländischer Student seid, auch für das Ausländische Studierendenparlament auf Liste 2.

Wo du dein Kreuz für unsere Liste machen kannst, erfährst du übrigens hier.

Unsere maßgeblichen Themen sind

  • Nordcampus aufwerten
  • Selbstverwaltung digitalisieren
  • Studierende befragen
  • Digitale Angebote verbessern

Nordcampus aufwerten

Als Studierende am Nordcampus wissen wir vermutlich besser als viele andere in der Hochschulpolitik, wie es um die Bedingungen “bei uns oben” bestellt ist. Es fehlt an Platz zum Arbeiten, an Platz zur Entspannung, an kreativem Freiraum, und das, obwohl der Nordcampus insgesamt flächenmäßig größer ist und weniger Studierende dort ihr Studium fristen als am Z-Campus.
Wir wollen, dass sich hieran etwas etwas ändert. Es soll kein Nordcampus-Studi mehr zum Z-Campus fahren müssen, weil dort die besseren Bedingungen herrschen. Im Gegenteil, wenn die Kapazitäten am Nordcampus ausreichend sind, sollten vielmehr Z-Campus-Studierende überlegen, ob sie nicht doch am Nordcampus die besseren Bedingungen vorfinden.
Mit einer einfachen Kopie des LSG, wie man es vom Z-Campus kennt, ist es jedoch nicht getan. Hier muss mit allen beteiligten Fakultäten geschaut werden, was benötigt wird und anhand dieses Bedarfs sollte am Nordcampus ein studierendenfreundliches Umfeld entstehen, in dem nicht nur die dringend nötigen und divers ausgestalteten Lernraumkapazitäten, sondern auch Frei- und Erholungsraum für die Studierenden geschaffen werden.

Außerdem muss die bestehende Infrastruktur erweitert und fehlende ergänzt werden. Wer schon einmal bis spät abends in einem Gebäude des Nordcampus saß, kennt das Problem, dass man nach 17 Uhr auf dem Campus selbst keine Möglichkeit mehr findet, sich etwas essbares zu besorgen. Die Arbeitszeiten vieler naturwissenschaftlicher Studierender sind nicht unbedingt synchron mit dem Tag-Nacht-Rhythmus anderer Menschen. Dadurch passiert es, dass Kernarbeitszeiten durchaus mal weit nach Mitternacht liegen. Wenn dann “mal eben” Literatur aus der Bibliothek benötigt wird, kann das schnell zu einem Problem werden. Daher müssen die Öffnungszeiten der Bereichsbibliotheken am Nordcampus deutlich ausgeweitet werden. Alternativ wäre auch eine Ausweitung des digitalen Literaturangebots denkbar, jedoch sind viele Bücher grundsätzlich nicht digital verfügbar, weshalb diese Maßnahme nicht ausreichend wäre.

Das Ziel der Nordcampus-Aufwertung teilen wir inzwischen mit vielen anderen Gruppen. Wir finden es sehr gut, dass dieses Thema endlich in den Fokus der Hochschulpolitik rückt und tatsächlich finden auch “hinter den Kulissen” bereits Gespräche statt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Nordcampus hier mit einer starken Stimme vertreten ist. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass ihr mit eurer Stimme diesen Interessen Geltung verleiht.

Selbstverwaltung digitalisieren

Die studentische Selbstverwaltung (das sind nicht nur die zentralen Organe AStA und StuPa, sondern insbesondere die Fachschaftsräte) liefert einen wichtigen Beitrag zur Arbeit der Studierendenschaft. Sie stellt Angebote bereit, die euer Studium insgesamt reichhaltiger und angenehmer machen. Viele dieser Angebote müssen finanziert werden. Das passiert aus euren Semesterbeiträgen, die ihr jedes Semester an die Universität überweist. Genauer gesagt fließen derzeit etwa 185 Euro in den Haushalt der Studierendenschaft, wovon jedoch alles bis auf 9 Euro direkt an die Bahn- und Busunternehmen sowie die Kultureinrichtungen fließen, um die drei Semestertickets zu finanzieren.

Bei der Verausgabung dieser Gelder gibt es nun einige formelle Hürden, von denen viele sicherlich ihre Berechtigung haben, damit das Geld auch dafür ausgegeben wird, wofür es gedacht ist. Einige jedoch sind schon lange überholt und sorgen eher dafür, dass Aktive vom Engagement in der Fachschaft abgeschreckt sind. So kann es im Jahr 2018 eigentlich nicht angehen, dass Überweisungen immer noch auf Papier getätigt werden müssen.

Auch aus einem Nachhaltigkeitsaspekt heraus ist eine solche Maßnahme unumgänglich. Nachhaltigkeit ist uns auch bei Softwarelösungen wichtig. Es kann nicht sein, dass eine öffentliche Verwaltung hunderttausende Euros dadurch verschwendet, auf proprietäre Software zu setzen. Stattdessen sollte bei jeder Gelegenheit statt kostenpflichtigen Produkten quelloffene Software angeschafft, die vielfach bereits das gleiche leistet wie das entsprechende kostenpflichtige Analogon.

Studienstrukturen bedarfsgerecht anpassen

Die studentischen Mitglieder in der akademischen Selbstverwaltung kämpfen tagtäglich dafür, dass die Rahmenbedingungen eures Studiums euch ein möglichst freies und selbstbestimmtes Studium garantieren. Leider kommen häufig bestehende Probleme entweder nicht bei den entsprechenden Vertreterinnen oder Vertretern an oder werden von den anderen Statusgruppen marginalisiert.

Wir sind dafür, dass ein System entwickelt wird, mit dem systematisch auf Missstände in den einzenen Studiengängen aufmerksam gemacht wird. Derzeit werden lediglich (mehr oder weniger flächendeckend) die einzelnen Lehrveranstaltungen evaluiert. Daten darüber, wie studierbar ein Studiengang eigentlich wirklich ist, wie die tatsächlichen Studienbedingungen aussehen, existieren nicht. Damit stellen wir den Diskurs darüber, wie das ideale Studium aussehen soll, endlich auf ein faktenbasiertes Fundament.

Digitale Angebote verbessern

Wer kennt es nicht? Die Deadline für ein Protokoll, eine Hausarbeit, etc. rückt näher und bevor die Arbeit abgegeben werden soll, muss sie noch ausgedruckt werden. Also ab zum Druckerraum, nur um festzustellen, dass alle Drucker beschäftigt oder außer Betrieb sind. Oder man muss beim Studiendekanat eine handschriftlich unterschriebene Bescheinigung einreichen, aufgrund der nicht funktionierenden Drucker verpasst man jedoch die Frist.

Wir wollen, dass solche Szenarien der Vergangenheit angehören. Im Jahr 2018 ist von einer zeitgemäßen Verwaltung, wie die Universität eine ist, zu erwarten, dass sie Möglichkeiten schafft, Verwaltungsakte zu digitalisieren und hierbei die Daten der Studierenden so sichert, wie es im 21. Jahrhundert angemessen ist.

Desweiteren muss ein digitales Studium überhaupt erst ermöglicht werden. Hier müssen Angebote, sowohl software- als auch hardwaretechnisch, geschaffen werden. Zwar ist es uns ein großes Anliegen, dass verstärkt auf Open Source Software gesetzt wird, jedoch ist es gerade am Nordcampus häufig essenziell, dass auch der Umgang mit bestimmter kostenpflichtiger Software gelernt wird. Hier kann es nicht sein, dass Studierende quasi gezwungen werden, sich diese Software oder auch hinreichend leistungsfähige Rechner aus eigener Tasche anzuchaffen. Vielmehr sollte es selbstverständlich sein, dass die Universität genügend Angebote bereitstellt, dass jede und jeder Studierende ein Studium wie es im Jahr 2018 angemessen ist, nämlich mit breiten digitalen Bildungsangeboten, bestreiten kann.

 

Warum aber eigentlich Alpakas?

Wenn wir auftreten, findet ihr an allen möglichen Stellen, so auch in unserem Logo, Alpakas. Dies hat den einfachen Grund, dass kaum ein Tier den Nordcampus so sehr verkörpert wie diese Kamelart. Warum? Das kann euch am besten ein Besuch dieser unglaublich flauschigen Tiere am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie verraten.

Merten Dahlkemper, CC-BY-ND 4.0